Seit Anfang Mai haben wir neue Bewohner im Tierpark. Wallabys und Emus. Bisher sind diese noch unterhalb des Hirschgeheges untergebracht. Sie werden aber in kürze Ihr eigene Gehege umziehen. Hier einige Informationen zu den Neuankömmlingen.

Wallabys sind Beuteltiere. Sie gehören zur Familie der Kängurus und Sie sind klein, schlank und leben in Wäldern – nicht in offenen Landschaften. Sie haben auffällige Zeichnungen wie weiße Streifen im Gesicht, schwarze Streifen am Rücken oder rotes Fell im Nacken.
Der Name Wallaby stammt aus der Sprache der Aborigines (ein indigenes Volk Australiens). Bei ihnen hieß das Tier „walabi“ oder „waliba“.
Wallabys haben einen kräftigen, muskulösen Schwanz. Genau wie den großen Kängurus hilft er ihnen, das Gleichgewicht zu halten.
Umgangssprachlich werden alle kleinen Kängurus als Wallabys bezeichnet. Wallabys sind viel kleiner und schlanker als Riesenkängurus. Sie haben kurze Beine, machen kurze Sprünge und leben eher einzelgängerisch in Wäldern oder Buschlandschaften.
Wallabys sind immer „ganz Ohr“! Wenn sie hören, dass sich ein Raubtier nähert, klopfen sie mit ihren Hinterbeinen auf den Boden. Sie schlagen quasi Alarm. Außerdem geben sie leise, heisere Geräusche von sich, um ihre Artgenossen zu warnen. Sie versuchen immer zuerst, zu fliehen. Wenn das aber nicht geht und es zu einem Kampf kommt, verteilen sie Tritte mit ihren kräftigen Hinterbeinen und Boxen mit ihren Fäusten.
Wallabys sind nicht angriffslustig und nicht aggressiv. Sie greifen Menschen nicht aktiv an. Aber! Wer ein Wallaby bedrängt, um beispielsweise ein Selfie mit ihm zu machen oder um es zu streicheln, muss damit rechnen, dass das dem Wallaby nicht unbedingt gefällt. Es fühlt sich möglicherweise bedroht. In diesem Fall wird es mit seinen kräftigen Hinterbeinen treten und mit seinen Fäusten boxen.
Wallabys haben – für ein Säugetier – eine sehr kurze Tragzeit von nur 28-35 Tagen. Sie bekommen ein einzelnes Baby, das sehr unterentwickelt ist. Es wiegt nur wenige Gramm und krabbelt nach der Geburt sofort vom Geburtskanal in den Beutel. Dort saugt es sich an einer Zitze fest, um Muttermilch zu trinken. Es verbringt 6-9 Monate im Beutel, bis es groß genug ist, ihn zu verlassen.

Emus sind große Vögel mit langen Beinen und langen Federn. In in ihrer Heimat Australien sind sie die größten Vögel. Und weltweit die zweitgrößten – nach dem Vogel Strauß.
Der Emu gehört ebenso wie Strauß, Nandu, Kasuar und Kiwi zu den sogenannten Laufvögeln. Wie der Namen schon verrät, können sie gut und schnell rennen. Allerdings kann keiner von ihnen fliegen.
Emus haben an jedem Fuß drei lange, spitze Zehen. Sie geben ihnen beim Laufen Halt.
Bei Gefahr setzen Emus zuerst ihre Beine ein: Sie fliehen! Aber was ist, wenn sie nicht rechtzeitig wegrennen können? Dann können die Tiere richtig ungemütlich werden. Wenn ein Raubtier zu nahe kommt, verpassen sie ihm einen kräftigen Tritt mit ihren starken Beinen. Dabei kann der Angreifer schwer verwundet werden, denn an den Füßen befinden sich drei lange, spitze Zehen!
Emus haben viele Laute. Sie grunzen, zischen, knurren, bellen und trommeln, um sich mit ihren Artgenossen zu verständigen oder sie zu warnen. Ihre Rufe sind über 1,5 km weit zu hören.
Vogeleier sind nicht immer weiß oder braun. Bei den Emus sind sie dunkelgrün und so groß wie eine komplette Handfläche inklusive Finger. Sie wiegen 700-900 g.
Zum Glück sind die männlichen Emus sehr fürsorgliche Väter. Sobald die Eier ins Nest purzeln, fressen und trinken sie nicht mehr, damit sie das Nest rund um die Uhr bewachen und bebrüten können. Für acht Wochen! Wenn die Küken schlüpfen, hat der Vater meist ein Drittel seines Gewichts verloren. Emus sind sehr friedliche Vögel. Aber wenn jemand ihrem Nest zu nahe kommt, können sie sehr aggressiv werden.
Auch nach dem Schlüpfen kümmert sich der Hahn aufopferungsvoll um die Küken. Er beschützt sie und hält alle Gefahren fern. Außerdem bringt er ihnen bei, was sie fressen können. Nach sechs Monaten sind die Küken ausgewachsen. Sie bleiben aber noch weitere zwölf Monate bei ihrem Vater.


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